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Workcamps auf der ganzen Welt

Nach meinem Abitur 2005 wollte ich auf jeden Fall ins Ausland, aber ich war mir nicht sicher, ob ich Praktika machen oder doch lieber reisen wollte. Ein ganzes Jahr nur mit dem Rucksack durch die Welt zu ziehen, erschien mir etwas abwegig. Als ich dann auf der Homepage von IBG Workcamps gesehen habe, dass man auch für kürzere Zeit (Dauer in der Regel: 2 - 4 Wochen) in ein Projekt kann, um sich dort zu engagieren, wusste ich sofort, dass es das Richtige für mich ist.

Ich war seitdem mehrmals als Volunteer in Workcamps auf der ganzen Welt aktiv. Im Juli 2005 und 2006 war ich in Alaska bei der Sadler’s Ultra Challenge, im Juni 2006 in Mexico in einem Schildkrötenprojekt, im September 2006 in Thailand, um Englisch zu unterrichten und Zäune zu bauen und im März 2007 war ich in einem Waisenhaus in Peru tätig.

Jedes Projekt hatte seine eigenen Besonderheiten. Beim Rollstuhlrennen in Alaska werde ich nie vergessen, als wir eines morgens am Mount McKinley vorbeifuhren und den Berg in seiner vollen Pracht bestaunen konnten.
Ein anderer unvergesslicher Augenblick war, als James Lilly, einer der Rennfahrer, mit seinem Rollstuhl in einen See sprang/fuhr.
In Mexico war es ein unglaubliches Gefühl, durch das eigene Engagement dazu beizutragen, dass eine Jahrtausende alte Spezies an Tieren vor dem Aussterben gerettet wird.

In Peru war es unglaublich, die Freude in den Augen der Kinder zu sehen, als wir eine Abschiedsparty veranstalteten und es Cola und Kuchen gab. Sie sind Wasser und Reis gewohnt.

Schwierigkeiten gab es vor allem wegen der Sprache bzw. den fehlenden Sprachkenntnissen mancher Teilnehmer, was eben zu Verständigungsproblemen führte. Manchmal gab es auch weniger motivierte Volunteers, die sich beispielsweise auf die faule Haut legten, nachdem sie ihre erste Schildkröte gesehen hatten und der Reiz des Unbekannten damit verflogen war.
In all meinen 5 Workcamps kam es aber zu keinerlei schwerwiegenden Problemen. Sprachbarrieren lassen sich auch mit Händen und Füßen oder einem Lächeln ausräumen und bei mangelndem Engagement anderer Leute muss man sich eben selbst etwas mehr ins Zeug legen. Zum Glück kam das nur äußerst selten vor.

Ich kann aus Überzeugung sagen, dass meine Erfahrungen aus mir einen besseren Menschen gemacht haben. In Workcamps lernt man den toleranten Umgang mit anderen, man lernt, Verantwortung zu übernehmen, eigene Interessen dem Wohl der Gemeinschaft unterzuordnen, verbessert seine Sprachkenntnisse enorm, schließt Freundschaften mit anderen Jugendlichen aus der ganzen Welt und vor allem trägt man seinen Teil zur Völkerverständigung bei und gibt dem Land, in das andere nur als Pauschal-Touristen reisen, etwas von dem zurück, was man dort jeden Tag erleben darf.

Da ich selbst „Wiederholungstäter“ bin und in diversen Workcamps war, ist wohl offensichtlich, dass ich daran Gefallen gefunden habe und begeistert von der Idee bin. Ich würde allen anderen Jugendlichen da draußen raten, ins Ausland zu gehen – und sei es nur für wenige Wochen. Was man dort an einem Tag erlebt und lernt, kann man in Deutschland in seinem wohlbehüteten Zuhause nur schwer in mehreren Wochen erfahren. Wie gesagt, mich haben meine Auslandserfahrungen zu einem besseren Menschen gemacht, weshalb ich natürlich keine davon missen möchte. Auf der anderen Seite sage ich nicht, dass es für jeden das „Non-plus-Ultra“ ist, es war eben mein Weg und in meiner Situation genau das Richtige.

Ich würde mir niemals anmaßen, zu behaupten, ein Jahr Zivildienst in einem deutschen Krankenhaus sei weniger „wertvoll“, aber genau darin sehe ich die Chance eines Workcamps: Man kann ohne viel Geld oder Zeit zu investieren, viele verschiedene Projekte, Länder und Sachgebiete ausprobieren und erkennen, ob es den eigenen Erwartungen entspricht und man sich nach wie vor vorstellen kann, eine 10-monatige Weltreise zu machen oder etwas im sozialen Bereich zu studieren oder nach Südamerika auszuwandern.

Verena Smykalla, Nürtingen
Stuttgart, den 20. April 2008

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