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Jugendarbeitsschutz

Was ist und wen betrifft das Jugendarbeitsschutzgesetz? Das Jugendarbeitsschutzgesetz schützt Personen unter 18 Jahren, egal ob sie als Auszubildende_r oder als Arbeiter_in beschäftigt sind. Folgende Dinge sind darin gesetzlich geregelt:

Arbeitszeit

5 Tage in der Woche sind genug! Für Jugendliche gilt grundsätzlich die 5-Tage-Woche. Der Samstag ist generell arbeitsfrei. Allerdings gibt es Ausnahmen, die den besonderen Arbeitsrhythmus der verschiedenen Branchen und Einrichtungen berücksichtigen. Dies gilt beispielsweise in Krankenhäusern, Altersheimen, im Verkauf, Familienhaushalten, Gaststätten, Landwirtschaft und im Verkehrswesen. Grundsätzlich dürfen Jugendliche nur in der Zeit von 6.00 - 20.00 Uhr beschäftigt werden.

Pausen

Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden müssen die Pausen insgesamt 60 Minuten betragen. Die erste Pause muss spätestens nach 4 Stunden 30 Minuten eingelegt werden. Keine Pause darf kürzer als 15 Minuten sein.

Schichten

Die Schichtzeit darf grundsätzlich nicht 10 Stunden überschreiten. Im Bergbau unter Tag sind es 8 Stunden, in der Landwirtschaft, in der Tierhaltung, auf Bau- und Montagestellen darf die Schicht 11 Stunden dauern.

Urlaub

Jugendliche haben Anspruch auf Jahresurlaub. Dieser staffelt sich nach dem Alter. Ein/e 15jährige/r hat Anspruch auf 30 Werktage. Ein/e 16jähige/r hat Anspruch auf 27 Werktage, ein 17jähriger auf 25 Werktage. Im Bergbau und unter Tage sind es jeweils 3 Tage zusätzlich.

Freistellung für die Prüfungen

Für die Teilnahme am Berufsschulunterricht müssen Jugendliche auf jeden Fall vom Arbeitgeber freigestellt werden. Bei einem Berufsschultag in der Woche mit mehr als 5 Stunden ist man freizustellen, um den Unterricht aufarbeiten zu können. Für die Prüfungen und den Tag vor der schriftlichen Abschlussprüfung ist man ebenfalls von der Arbeit freizustellen. Die Zeiten der Berufsschule und die Prüfungen werden voll auf die Arbeitszeit angerechnet, und man erhält das volle Arbeitsentgelt.

Gefährliche Arbeit / Akkordarbeit

Jugendliche dürfen nicht mit gefährlichen Arbeiten beschäftigt werden. Vor allem nicht mit Arbeiten, die die Leistungsfähigkeit übersteigen oder die mit besonderen Unfallgefahren verbunden sind. Das Gleiche gilt für Tätigkeiten, bei denen man außergewöhnlicher Hitze, Kälte und Nässe ausgesetzt ist oder gesundheitsschädlichem Lärm, gefährlichen Strahlen und gefährlichen Arbeitsstoffen. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn sie für die Ausbildung unumgänglich sind.
Akkordarbeit und andere tempoabhängige Arbeit sind für Jugendliche verboten; ebenfalls die Beschäftigung in Akkordgruppen Erwachsener. Ausnahmsweise können Jugendliche in Akkordgruppen, jedoch nicht selbst im Akkord beschäftigt werden, wenn die Arbeit unter Aufsicht erfolgt und es für die Ausbildung erforderlich ist.

Bergbau / gesundheitliche Betreuung

Im Bergbau dürfen Jugendliche unter 16 Jahren in keinem Fall unter Tage beschäftigt werden. Jugendliche über 16 Jahren dürfen im Rahmen ihrer Ausbildung oder nach abgeschlossener Ausbildung unter Tage arbeiten.
Kein Arbeitgeber darf Jugendliche, ob als Azubi oder als Arbeiter_in, ohne ein ärztliches Gesundheitszeugnis beschäftigen. Vor dem Eintritt ins Berufsleben sollte also durch einen Arzt eine gründliche Untersuchung des Gesundheitzustandes erfolgen. Die Untersuchung soll gewährleisten, dass kein Jugendlicher mit Arbeiten beschäftigt wird, denen er gesundheitlich oder entwicklungsmäßig nicht gewachsen ist. Ein Jahr nach Beginn der Arbeit muss eine Nachuntersuchung stattfinden, damit der Arzt eventuelle Auswirkungen der Beschäftigung auf Gesundheit und Entwicklung feststellen kann.
Alle Untersuchungen werden vom jeweiligen Bundesland bezahlt. Es entstehen also keine Kosten. Auch das Ergebnis der Nachuntersuchung sollte dem Arbeitgeber vorgelegt werden, spätestens 14 Monate nach Beginn der Beschäftigung. Ohne diese Bescheinigung ist eine Weiterbeschäftigung nicht zulässig. Darüber hinaus kann man sich jedes weitere Jahr freiwillig nachuntersuchen lassen.

Einhaltung / Ausschüsse

Die Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetz wird durch das Gewerbeaufsichtsamt bzw. durch das Amt für Arbeitsschutz und für den Bergbau, durch das Bergamt überwacht. Die Anschrift der zuständigen Aufsichtsbehörden muss vom Betrieb bekannt gegeben werden. Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz können als Ordnungswidrigkeiten oder in schweren Fällen auch als Straftaten verfolgt und mit Geldbußen bis zu € 15.000,- belegt werden. Arbeitgeber, die dreimal zu einer Geldbuße verurteilt werden, dürfen Jugendliche nicht mehr beschäftigen.
Bei den Arbeits- und Sozialministerien der Bundesländer und bei den Aufsichtsbehörden beschäftigen sich im besonderen Ausschüsse mit dem Jugendarbeitsschutz. Sie beraten in allen Angelegenheiten des Jugendarbeitsschutzes, machen Vorschläge zur Durchführung des Gesetzes und informieren über Inhalt und Ziel des Gesetzes.

Die Broschüre "klare sache: Jugendarbeitsschutz und Kinderschutzverordnung" vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung enthält ausführliche Informationen und ist bei tipsntrips Jugendinformation erhältlich oder hier zum Download.

Weitere Links und Infos

http://bundesrecht.juris.de/jarbschg
Hier der Gesetzestext des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

Fotonachweis:
"gerti_g" / www.photocase.com

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