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Co-Op Programm in Vancouver, Kanada

Erfahrungsbericht über einen 3-monatigen Auslandsaufenthalt in Kanada von Kim T.

Was tun, wenn man Schule oder Studium abgeschlossen hat, man sich in einer Übergangssituation befindet und nicht so recht weiß, wie es ab nun weitergehen soll? Ab ins Ausland und noch einmal fremde Länder, Kulturen und Menschen kennen lernen. Wer weiß, wann und ob sich einem jeweils wieder so eine Gelegenheit bietet; später im Job noch mal eine Auszeit zu nehmen, das macht man ja dann meistens doch nicht. Also die Gelegenheit am Schopfe gepackt und los geht’s. Und dabei das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Sprachkenntnisse auffrischen, den eigenen Horizont erweitern, Kontakte knüpfen, den Lebenslauf aufpolieren und natürlich jede Menge Spaß und Abenteuer.

So kam es, dass ich im Anschluss an mein Studium den Entschluss fasste, für 3 Monate nach Kanada zu gehen – ehe es dann mit dem alltäglichen Berufsleben so richtig zur Sache geht. Eins war klar, schnell musste es gehen, denn ich konnte nicht unnötig viel Zeit darauf verschwenden, alle Vorbereitungen selbst in die Hand zu nehmen. Und das kann schon einmal länger dauern – je nachdem ob man ein Visum für das entsprechende Land braucht oder nicht, bis zu einem Jahr. Auch das war ein Grund warum ich mich für Kanada entschied, denn dort braucht man als EU-Bürger kein Visum bis zu einer Aufenthaltsdauer von 6 Monaten – wie praktisch. Und natürlich ist Kanada, dessen Bevölkerung kaum internationaleren Ursprungs sein könnte, eines der landschaftlich beeindruckendsten Länder dieser Erde, davon bin ich überzeugt.

Um meinen Start ins Ausland zu beschleunigen und sobald als möglich im Flieger Richtung Kanada zu sitzen, habe ich mich auf die Suche nach einer Agentur begeben, die mir bei den Vorbereitungen der Reise unter die Arme greift. Solche Sprachreise-Agenturen haben meist langjährige Erfahrungen in der Vermittlung von Auslandsaufenthalten und arbeiten Hand in Hand mit den ortsansässigen Sprachschulen im Ausland zusammen. Doch aufgepasst. Auf meiner Suche nach einer geeigneten und bezahlbaren Agentur im Internet bin ich immer wieder auch auf Informationen zu Schwarzen Schafen in der Branche gestoßen. Es gibt tatsächlich eine nahezu unüberschaubar große Anzahl an Anbietern für Sprachaufenthalte im Ausland, und natürlich gibt es darunter auch solche, die uns jungen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen wollen, ohne dafür eine entsprechende Gegenleistung zu erbringen. Deshalb ist es immer gut, sich im Bekanntenkreis umzuhören, sich Agenturen empfehlen zu lassen oder auch auf langjährige, am Markt etablierte Agenturen zurück zu greifen.

In meinem Fall habe ich mich letztendlich für die Dr. Frank Sprachen & Reisen GmbH mit Sitz in Heppenheim bei Darmstadt entschieden. Die Website des Unternehmens machte einen recht guten Eindruck, zudem gab es dort Referenzen von Studenten, die bereits im Ausland waren und mit der Agentur sehr zufrieden waren. Um mir ganz sicher zu sein, dass diese Agentur die richtige für mich ist, habe ich dort einfach mal angerufen und bin auch persönlich dort vorbei gefahren, um mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Und ich kann nur sagen, auf diese Agentur ist Verlass. Sie haben mich von den Vorbereitungen vor meiner Reise bis zu meiner Wiederkehr nach Deutschland bestens begleitet, sämtliche Fragen beantwortet – und alles zu einem vernünftigen Preis. Ich würde es also wieder so machen.

So hat es letztlich nur 2 Monate vom Aufkommen meiner Idee bis zur Abreise nach Kanada gedauert. Dort angekommen habe ich die nächsten 3 Monate bei einer sehr netten und fürsorglichen Gastfamilie verbracht. Es hätte auch die Option gegeben, alleine zu wohnen und sich eine Wohnung zu mieten, aber das wäre erstens sehr viel teurer und zweitens einsamer geworden. Ich habe den Kontakt zu Einheimischen sehr genossen, und mich immer als ein Teil der Familie gefühlt. Die alltäglichen Gespräche mit der Familie haben dazu geführt, dass es nur eine Woche dauerte bis ich fast nur noch in Englisch dachte. Das geht wirklich unglaublich schnell. Und selbst wenn man nicht so fit in der fremden Sprache ist, gewöhnt man sich sehr schnell ein. Gerade in Vancouver ist die Bevölkerung sehr gemischt; nahezu 50% der Einwohner sind asiatischen Ursprungs – das heißt erstens, man fällt als Sprachschüler gar nicht auf, und zweitens ist niemand ungeduldig, wenn man mal nicht alles auf Anhieb versteht. Die Kanadier sind wirklich ein sehr herzliches und redseliges Völkchen.

Bereits 2 Tage nach meiner Ankunft in Vancouver, der Stadt, die von der UN als eine der Städte mit der weltweit höchsten Lebensqualität ernannt wurde, begann ich meinen 6-wöchigen Sprachkurs an der Partner-Schule meiner deutschen Agentur. Diese befindet sich unmittelbar im Zentrum der Stadt und ist aus allen Richtungen gut zu erreichen (www.ilsc.ca).

Am ersten Tag finden mehrere Tests statt, nach deren Auswertung man einem bestimmten Sprach-Level zugeordnet wird. Anhand dieser Bewertung kann man sich anschließend selber den Stundenplan für die kommenden Wochen aus einem breiten Angebot an Kursen zusammenstellen. Das Angebot reicht von Business English über Kommunikationskurse und Grammatik-Kurse bis hin zu Englisch lernen mittels Filme machen, Yoga, usw. Es ist also wirklich für jeden Geschmack und jedes Niveau etwas dabei. Und sollte man mal nicht zufrieden sein, dann kann man einen Kurs auch wechseln. Nach jeweils 4 Wochen beginnt eine neue Session, die mit einem Wechsel der Kurse verbunden ist. Je nachdem, ob man wie ich einen Intensiv-Sprachkurs oder aber einen Standard-Sprachkurs gewählt hat, besucht man dann täglich zwischen 3 und 6 Stunden die Schule.

Das hört sich nach viel Arbeit an, ist aber in erster Linie auch sehr wichtig, um Kontakte zu anderen Studenten aus der ganzen Welt zu knüpfen und auch, um Pläne für die gemeinsame Freizeit nach der Schule zu schmieden. Auf diese Weise habe ich z.B. Koreaner, Mexikaner, Japaner, Brasilianer, Franzosen, Taiwanesen und Schweizer kennen gelernt – alle im Schnitt zwischen 19 und 25 Jahren alt. Wobei es auch einige Ausnahmen gibt was das Alter betrifft. So war der älteste Sprachschüler ein 75-jähriger japanischer Geschäftsmann, der gerne noch Englisch lernen wollte. Warum nicht, es ist nie zu spät. Kurz um, die Schule war toll. Vor Ort gab es außerdem einen Ansprechpartner bei Problemen mit den Kursen, der Gastfamilie oder sonstigem. Darüber hinaus bietet die Schule ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten, die relativ günstig und vielseitig sind. Auf diese Weise bin ich unter anderem in die Rocky Mountains, in die Regenwälder und zum Whale-Watching nach Vancouver Island, zum Skifahren in den nahe gelegenen Whistler, in dem 2010 die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden, oder zum Shoppen ins benachbarte Seattle in den USA gekommen. Aber auch Vancouver selbst hat unglaublich viel zu bieten. Langeweile hatte ich nie, denn es gibt landschaftlich sehr viel zu entdecken. Das von Bergen und Meer umschlossene Vancouver ist eine beeindruckende Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, kulturellen Ereignissen und Ausgangspunkt für allerlei Outdoor-Aktivitäten.

Wie etliche andere Studenten wollte ich meinen Aufenthalt in Kanada aber nicht nur auf den Besuch einer Sprachschule beschränken, sondern im Anschluss noch ein Praktikum absolvieren, das mir ebenfalls die Schule vermittelte. An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass die Dauer des Praktikums in aller Regel die Dauer des Sprachkurses nicht übersteigen darf – andernfalls bräuchte man ein Arbeitsvisum.

Den Bereich, in dem man während des zumeist unbezahlten Praktikums tätig sein will, kann man frei wählen, wobei die Erwartungen an den späteren Verantwortungsbereich im Praktikum nicht zu hoch sein dürfen. Die Vermittlung eines Praktikums über die Sprachschule kann ich eigentlich nur denjenigen empfehlen, die fachlich noch nicht sehr viele Erfahrungen gesammelt haben und/oder keine zu hohen Erwartungen an eine fachliche Weiterbildung durch das Praktikum haben. In erster Linie geht es bei dem sogenannten Co-Op Program darum, Kontakt zu Einheimischen zu bekommen, die Besonderheiten der kanadischen Arbeitswelt kennen zu lernen und die eigenen Sprachkenntnisse weiter zu verbessern. Aber natürlich möchte ich nicht ausschließen, dass man sich bei entsprechend langer Praktikumsdauer auch fachlich fortbilden kann. Jedenfalls hat meine Zeit als Assistentin des Klassenlehrers an einer Grundschule mit Sicherheit meinen Horizont erweitert, und ich bin dort vielen interessanten und liebenswerten Menschen begegnet.

Alles in allem kann ich jedem nur empfehlen, die Möglichkeit ins Ausland zu gehen, unbedingt zu nutzen. Die anfängliche Überwindung, die es kostet, lohnt sich in jedem Fall und bereichert euer Leben. Ich möchte diese Erfahrung in gar keinem Fall missen und wünsche euch viel Spaß, wo auch immer es euch hin verschlägt.

Kim T.,
Stuttgart, den 19. März 2008

Die Fotos sind uns von der Verfasserin zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

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